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Das Peffer August 2007 Buetikofer zum Thema Kohlekraftwerk DörpenDie beiden Schweizer Unternehmen BKW FMB Energie AG und Advanced Power AG planen bis 2013 ein 900 MW Steinkohlekraftwerk auf dem Industriegelände bei Dörpen zu errichten. Dazu soll die Energie Dörpen GmbH & Co. KG gegründet werden, die das Projekt führt und abwickelt. Die Ausschreibung der Bauarbeiten nimmt die eigens gegründete Projektgesellschaft "Energie Dörpen GmbH &, Co. KG" vor. Das Kraftwerk, das jährlich mit zwei Millionen Tonnen Steinkohle aus Nordamerika und Afrika befeuert werden soll, hat eine Leistung von 900 Megawatt. 7.500 Stunden pro Jahr soll die Anlage unter Volllast gefahren werden. Gebaut wird es auf einer rund 35 Hektar großen Fläche südlich des Küstenkanals und östlich der Bundesstraße 70. Nach Angaben der Investoren sollen im Kraftwerk selbst 100 Arbeitsplätze entstehen, weitere 100 zum Beispiel im Bereich Ver- und Entsorgung. Herr Buetikofer, in Dörpen soll ein Kohlekraftwerk entstehen, währenddessen diskutiert die Welt um den Klimaschutz.. Ein Kohlekraftwerk ist, so in vielen Studien erwiesen und belegt, eine veralterte Form von Energiegewinnung. Warum, wenn ein Kraftwerk nicht Gas oder Biomasse.Was ist der Grund für diese Entscheidung? Was glauben Sie? Was immer die Gründe konkret sein mögen, sie tragen nicht. Kohle ist nun mal der Klimakiller Nummer 1. und es widerspricht jeder vernünftigen Klimapolitik, wenn nun in Deutschland Kohlekapazität dazugebaut werden soll. Ich bezweifle übrigens auch betriebswirtschaftlich die Rationalität des Unterfangens. Es würde mich keineswegs wundern, wenn die Planer "übersehen" hätten, dass sie in Zukunft Emissionszertifikate werden ersteigern müssen. Sobald aber die Privilegierung der Kohle beim Emissionshandel fällt, erledigt sich deren Wirtschaftlichkeit. Die Abwärme wird ca.46% betragen. Diese wird ggf. Nordland abkaufen. Bei der Hochrechnung in Jahren gibt es Energien die wesentlich mehr Wärme abliefern. Wie stehen Sie dazu? Grundsätzlich ist Kraft-Wärme Kopplung ein Muss. In Deutschland liegt der Anteil dieser Energie leider erst bei 10 Prozent, in Dänemark bald bei 50 Prozent. Kraft-Wärme Kopplung funktioniert am besten bei kleineren dezentralen Anlagen. Es ist kein Zufall, dass die meisten Kohlegroßkraftwerke Wärmepotential verschleudern. Bei jedem neuen Kraftwerk sollte daher in Zukunft die effizienteste Technik selbstverständlich sein. Arbeitsplätze - ein großes Thema. Es werden ca. 100 Arbeitsplätze entstehen:Glauben Sie, dass diese im Tourismusbereich wieder verloren gehen - denn das Argument, dass ggf. "die Gäste aus dem Ruhrpottes" nicht ihre Kohlewerke im Urlaub sehen wollen, ist ja nicht ganz von der Hand zu weisen. Erneuerbare Energie schafft mehr Arbeitsplätze als Kohle oder Atomkraft- und dabei handelt es sich um zukunftsfeste Arbeitsplätze. Wer heute noch mit dem Arbeitsplatzargument für Kohle wirbt, ist von gestern. Die Kohle aus Südafrika - welches einen riesigen Aufwand darstellt, ein 150 Meter hoher Kühlturm in Dörpen, Feinstaubbelastung - die zumindest beim entpacken der Kohle entsteht und dann aussen dringt, eine im Verhältnisse geringe Menge Abwärme, eine Anlage die Anlage Kohlendioxid produziert, LKW Verkehr, Luftverschmutzung. Scheinbar eine Menge Nachteile - was sind die Vorteile? Da müssen sie andere fragen, fragen sie die Betreiber; ich weiß es nicht. Was sind für Sie die wesentlichen, wirtschaftlichen Veränderrungen die sich aus diesem Projekt ergeben? [keine Antwort] Glauben Sie, dass die Menschen die um und an dem Gebiet wohnen - gesundheitliche Beeinträchtigungen hinnehmen müssen? Ich glaube, die Menschen haben jedes Recht sich zu wehren - in ihrem eigenen Interesse und im Interesse der Allgemeinheit.
Herr Buetikofer, ich bedanke mich für dieses Gespräch.
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